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Die Geschichte der Höfe und ihrer Bewohner

1. Make Schacht - G. Hümme / P. Heitmann (1b) / H. Rathjen (1c)

 

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1490 Hufner Make Schacht
1513-1517 Olde Make Schacht (der alte Make Schacht)
1520-1650 in Folge: Henrich Schacht, Hans Schacht, Hermen Schacht und Hanß Schacht
1674 Michel Schacht; in diesem Jahr wird erstmalig für die Bauervogtstelle 1a und diese Stelle der gleiche Besitzer genannt. Von diesem Zeitpunkt an bis zum Jahre 1731 werden die beiden Stellen nur zusammen verkauft.
etwa 1676 der Hamburger Johann Matthias (Matthes) Lange vermietet die 1 1/2 Hufenstelle an Christoph Agatz Dircksen. Der Mietvertrag enthält außer den Zahlungsbedingungen und der Inventarliste auch Informationen über die Schäferei.8 Der Mieter verpflichtet sich, die auf der Vollhufe lastenden Dienstverpflichtungen zu erfüllen. Die halbe Hufe, die Bauervogtei, ist "dienstbahr", also von Diensten befreit. Die an die Kirche zu richtenden Abgaben muß er jedoch für beide Stellen zahlen. Die Miete von 150 Reichsthalern hat Dircksen jeweils zur Hälfte Ostern und Michaelis in Hamburg "unsäumlich" abzuliefern. Auf dem Grundstück steht ein kleines Haus, genannt das "Backhaus", das von Margrete Bucks bewohnt wird. Diese hat das Recht, dort zeitlebens zu wohnen und die dazugehörigen „bescheidene Länderey und geringen Wiesenwachs" zu genießen. Der Schäfer Claus Rüge bekommt Land zur Weide für 200 Stück Schafe verpachtet. Er zahlt dafür 50 Rthlr an den Mieter. Daneben darf er noch zwei Kühe in freier Weide und Fütterung bei dem Vieh des Eigentümers hallen. Der Mieter verpflichtet sich, Haus, Hof, Länderereicn, Wiese, Holz, Deiche und Dämme im gulen baulichen Zustand zu erhalten, sowie die Hof- und Herrendienste verrichten zu lassen, „damit man dessen keinen Verdruß oder Ungleichheit haben sollte." Doch Matthes Lange hat kein Glück mit seinem Mieter. Er beklagt sich in einem Schreiben an den Herzog darüber, daß Agatz Dircksen die Hypothek seines Hauses ..dermaßen beschweret, daß dieses wohl bald versteigert werden dürfte". Die Miete zahlte er nicht pünktlich und nur widerwillig. Auch Geräte und Vieh hätte er schon verkauft. Bei Antritt der Stelle sogleich eine Kuh und sämtliche vorhandenen Schweine gesehlachtet, „drei Pferde und ein Füllen verkauft, das beste Land, Wiese und Deiche für einen liederlichen Preis anderen übergeben, die Holzung innerhalb einer Jahresfrist zu Grunde verderbet und ntiniret, hingegen aber die bisherigen Hof- und Herrendienste sowenig bestellet" wie die Amtsfuhren und Reisen, zu denen er verpflichtet war. Dem Besitzer hatte deswegen der Amtsschreiber schon mit dem Entzug des Vogtei-Privilegs gedroht. Der Streit zwischen den Mietpartcien zieht sich 12 Jahre hin. Am 26. April 1689 ergeht das Urteil: Christoff Agatz Dircksen muß innerhalb von 14 Tagen 500 Mark plus 272 Mark 8 ß Zinsen sowie Gerichtskosten von 43 M 9 ß zahlen. Dazu kommen noch 900 Mark rückständige Miete.
1693 übernimmt der Schwiegersohn von M. Lange, Juhan Matthes Gude, den Hof
1715 Johann H. Scheel, ehemaliger Pächter in Rolfshagen
1728/29 Gosche Blanck, der als „Theologie Candidati" bezeichnet wird, kauft von J. H. Scheel für 1.900 Rthlr dänische Cronen die 1 1/2 Hufen „nebst dem daselbst befindlichen Wohnhaus, den beiden Katen und dem Backhaus", den dazugehörigen Begräbnisstätten, sowie „gegen Erlegung der gewöhnlichen Accise die alleinige Brau- und Kruggerechtigkeit nebst deren Zubehör". Doch bei der „Confirmation" seines Kaufvertrages bekommt G. Blanck Schwierigkeiten. Aus dieser Zeit gibt es diverse Schreiben, unter anderen auch von dem Amtmann v. Wedderkop, der sich für die Einwohner Delingsdorfs einsetzte. G. Blanck wird vorgeworfen, zum Nachteil der Dorfschaft, den Rechtsweg nicht eingehalten zu haben. Der Kaufvertrag war nicht, wie im Amt Tremsbüttel üblich, zunächst zur Prüfung an den Amtmann gegangen, sondern direkt an den Herzog. Der durch den Kauf der Stelle zum Delingsdorfer Bauervogt gewordene J. H. Scheel hatte 1722 mit der Dorfschaft mehrere Vereinbarungen getroffen, auf die der neue Besitzer G. Blanck zunächst eingegangen war, aber „nachher allerley Objectiones darwider zu machen sich angemaßet" hatte. Bei der Untersuchung dieser Angelegenheit wird aufgedeckt, daß auch von anderen Delingsdorfern offensichtlich schon öfter der Amtsweg umschifft wurde, um eine Erhöhung der „Praestanda" (pflichtmäßige Leistungen) zu umgehen.10 Doch im gleichen Jahr stirbt Gosche Blanck, noch bevor es zu einer Einigung kommen kann, und so behalten die 1722 mit J. H. Scheel getroffenen Vereinbarungen ihre Gültigkeit.
1730 nennt das Erdbuch die Witwe Sophia Auguste Blanck auf den Stellen 1 und 1a.
1731 1731 Am 28. Juni kauft Gottfried Brockmann die l 1/2 Hufenstclle und wird somit Bauervogt in Delingsdorf. In der Untersuchung des Erdregistcrs über das Dorf Delingsdorf heißt es: „Godfried Rrockmann l 1/2 Hufner und Bauervogt welcher das Erbe von der verwitweten Sophia Auguste Blancken käuflich erstanden, dessen Vorweser Mathes Lange gewesen."
1767 Am 17. Mai brennt das mit 13 Fach angegebene Haus ab und wird noch im gleichen Jahr wieder aufgebaut. Eine Balkeninschrift an der Nordseitc des nach einem weiteren Brand 1911 neu errichteten Gebäudes zeugt noch heute von dem damaligen Unglück. Balkeninschrift am Haus G. Hümmes: „Nachdem das vorige Haus in der Nacht zum 17. Mai dieses Jahres an der linken Ecke der Großcntür in Brand geraten war und aller Wahrscheinlichkeit nach durch die Hand eines verdammten Mordbrenners angezündet. Wodurch 8 Pferde, 13 Kühe und 7 Schweine verbrannten. So habe ein anderer den 30. Juli dasselbe wieder aufrichten lassen. Gottfried Brockmann 1767 Soli Deo Gloria"
1769 G. Brockmann macht noch zu Lebzeiten seinen Erbvertrag. Sein älterer Sohn Gabriel Theodor Brockmann erbt die l 1/2 Hufen sowie den Bauervogtstitel, der an der Stelle l a haftet. Der jüngere Bruder Gottfried erhält die Schmiede und bewohnt lediglich das Haus auf der Stelle l a. Von dem Land bekommt er nur vier Tonnen. Erst nach mehreren Eingaben des Vaters und des Betroffenen, gibt im Zuge der Verkoppelung G. Th. Brockmann seinem Bruder wieder soviel Land ab, daß dessen Stelle zur 1/3-Hufe komplettiert werden kann. Vor der Erbteilung war es eine halbe Hufe gewesen. Durch diese Auseinandersetzungen hatten sich der Vater Brockmann und sein ältester Sohn gänzlich zerstritten. Der alte Bauervogt stirbt 80-jährig im Frühjahr 1778 - im Jahr der Verkoppelung. „Gottfried Brockmann, Altentheiler hinterläßt eine Witwe, mit der er 45 Jahre in der Ehe gelebet hat und 2 Söhne und 4 Töchter, von denen er 25 Kindeskinder gesehen."
1776 Das Wohnhaus, die Altenteilskate, die Scheune und ein Backhaus haben zusammen den Wert von 1.285 Reichstalern.14 Das mit 1.000 Reichstalern angegebene Wohnhaus hat den höchsten Wert aller Gebäude in Delingsdorf.
1778 Verkuppelung; bei der Verteilung der Ländereien wird die Stelle als Doppelhufe mit 125 Tonnen 7 Scheffel 2 Ruten l Fuß Ackerland eingestuft.
1784 Claus Koopmann kauft die Doppelhufe. Über den Verbleib Gabriel Th. Brockmanns wissen wir nichts. Aus den Bargteheider Kirchenbüchern ist nur zu entnehmen, daß zwei seiner Kinder 1779 starben. Es ist anzunehmen, daß er ohne männlichen Erben verstorben ist, denn Bauervogt wurde jetzt sein jüngerer Bruder Gottfried Erdmann Asmus.
1786 Teilung der Doppelhufe in zwei Vollhufen C. Koopmann bekommt die Genehmigung, die Doppelhufe zu teilen und eine Hufe zu verkaufen.15 Für sich behält er zunächst, inklusive Hausstelle, Hof und Altenteil, an privaten Ländereien: 61 Tonnen 6 Scheffel 8 Ruten 4 Fuß.
Die zweite Hufe verkauft er an Claus Lange aus dem Dorfe Kiekebusch im Eutinischen. Eine Hausstelle befindet sich nicht dabei. Dies sind die Ländereien, die zu dem heute sogenannten „Windberg" gehören, also auch der „lange Teich" (Kellerteich) und der „Appelberg". An Koppeln ergab es zusammen: 64 Tonnen 0 Scheffel 33 Ruten 7 Fuß. Diese Stelle wird im folgenden 1b genannt und ihre weitere Geschichte im Anschluß beschrieben.
1788-1795 Marx Blunck aus Barkau, Amt Ahrensbök
1796 Hans Jochim Voß aus Jersbek kauft die Stellen 1 und 1a für 4433 Reichstaler und übergab sie am
4.10.1799 seiner einzigen Tochter Marg. Elisabeth und seinem aus Oetjendorf stammenden Schwiegersohn Johann Hinrich Peemöller (1775-1833).16 Damit endet der häufige Besitzerwechsel, der nach dem Tode G. Th. Brockmanns auf dieser Stelle eingetreten war.
Nach dem Tode des Vaters wird nicht der älteste Sohn Johann Jürgen Diedr. Hoferbe, sondern der jüngere Hans Jochim, der 1804 in Delingsdorf geboren wurde. Die Mutter Margarete Elis., geb. Voß, bat nach dem Tod ihres Mannes um Erlaubnis, ihrem Sohn Johann ein Landstück von 80 Quadratruten zur Bebauung überlassen zu dürfen. Als Begründung dafür, daß er die mütterliche Hufe nicht antreten könne, wird in diesem Schreiben eine „Zweite widrige Heirat" genannt. Er wird später als Inste und Kätner zusammen mit seiner Frau Sophia aus Rolfshagen aufgeführt.
1824/25 Hans Jochim Peemöller19; nach dem Tode seiner ersten Frau, Johanna Untied, heiratet der Witwer 1852 die Tochter des Bauervogts Hinrich Brockmann, Anna Maria Brockmann. Doch schon zwei Jahre später stirbt auch er, und den Kirchenbüchern kann man entnehmen, daß die Witwe den Insten Johann Hinrich Möller ehelicht, der als Dienstknecht auf dem Hofe arbeitete. Mit ihrem zweiten Mann hat sie drei Kinder.
1856-1862 H. Möller bewirtschaftet den Hof als Setzwirt bis er, bei Volljährigkeit des Hoferben, mit nur 35 Jahren aufs Altenteil geht.
1864 Volkszählung: Johann Joachim Hinrich Pemöller (28 J.), seine Frau Anna Marg., geb. Ruge (26 J.), ihr zweijähriger Sohn sowie 5 Dienstboten.
1899 schließt Johann J. H. Pemöller mit seinen beiden Söhnen August Hinrich und Alexander einen Kauf vertrag ab. August Hinrich erhält insgesamt 41 Hektar 53 Ar 26 qm und das Wohnhaus im Dorf, das heißt: die väterliche Stelle. Darüberhinaus kann er auch die Kate mit dem dazugehörenden Garten und Hofraum, die sich im „Wohld" befindet, nutzen. Sein Vater behält sich jedoch das Recht vor, diese „jederzeit ohne Entgelt für sich oder Alexander Pemöller zurückverlangen" zu können. Alexander bekommt 41 Hektar 3 Ar 68 qm und zusätzlich noch Moorweide in Itzstedt sowie ein Wohn- und Wirlschaftsgbäude auf dem „Eckhof'. (siehe Hof Nr. 1c)
Das im Wohld stehende Haus sowie die Kate brennen am Abend des 19. Juni 1895 vollständig ab. Als Brandursache wird Blitzeinschlag vermutet. Auch die neu errichtete Kate wird am 5. Dezember 1897 ein Opfer der Flammen. Diesmal nimmt man an, „daß das Feuer von den umhertreibenden Landstreichern, die früher, da die Käthe unbewohnt und nicht verschließbar war, ihr Quartier hier suchten, angezündet worden ist."
1911 Das Wohnhaus wird durch Blitzschlag vernichtet, wovon die zweite Balkeninschrift am Haus zeugt:
„Das vorige Haus welches im Jahre 1867 von Hinrich Pemöller erbaut wurde, ist am 26. Juli durch Blitzschlag eingeäschert. Das jetzige Haus ist in demselben Jahre von August Pemöller wieder aufgebaut und von den Brüdern Johann und Fritz Gerken aufgeführt. Anno 1911. In allen Stürmen und aller Not mach uns beschirmen der treue Gott"
1924 Bernhard Pemöller (verheiratet mit Emilie Buck aus Todendorf); ihre jüngere Tochter
1967 Ingrid übernimmt mit ihrem Mann Günter Hümme den Hof, den sie
1984 an ihren Sohn Joachim Hümme verpachten.
1988 Die landwirtschaftliche Betriebsfläche beträgt 40 ha. Der Haupterwerbszweig ist Milchviehwirtschal't. Der Herdbuchbetrieb verfügt über etwa 40 rotbunte Schleswig-Holsteiner. Neben der Milchviehhaltung existiert noch eine kleine Pferdezucht (Holsteiner).
 
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