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Die Jagd und die Jäger

in Delingsdorf

 

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Der Eine oder Andere von Ihnen rümpft vielleicht schon bei der Überschrift zu diesem kleinen Bericht die Nase. Ich freue mich aber, wenn Sie weiterlesen, und so etwas mehr über die Jagd im Allgemeinen sowie die Tätigkeiten von uns Jägern in Delingsdorf erfahren:

In Deutschland ist das Jagdrecht per Gesetz an den Grund und Boden gebunden, d. h. die Landeigentümer (i. d. R. die Landwirte) sind Inhaber des Jagdrechts. Da die Delingsdorfer Landeigentümer aus verschiedenen Gründen die Jagd auf ihren Ländereien nicht selbst ausüben dürfen, haben sie sich zu einer Jagdgenossenschaft zusammen geschlossen und ihr Jagdrecht, welches insgesamt eine Fläche von ca. 780 Hektar umfasst, verpachtet. Insofern ist das Delingsdorfer Jagdrevier eine typische, schleswig-holsteinische Gemeindejagd.

Seit 1959 nun wird die Delingsdorfer Gemeindejagd von den Familien Wilhelm Carl Hansen und Jochen zur Verth bewirtschaftet. Die Pacht der Delingsdorfer Jagd durch diese Familien währt in diesem Jahr also bereits 50 Jahre! Dies ist insofern bemerkenswert, da sich wenige vergleichbare Beispiele in Deutschland finden werden, wo es eine ebensolche, vertrauensvolle und langjährige Zusammenarbeit zwischen Landeigentümern, Jagdpächtern und der gesamten Dorfbevölkerung gibt. Und heute schickt sich schon die 3. und 4. Generation dieser Pächter-Familien an, in die Fußstapfen ihrer „Altvorderen“ zu treten…

Der „Chef der Jägerei“ bzw. „Jagdherr“ ist – nun auch schon seit mehr als 25 Jahren - Andreas zur Verth. An seiner Seite sein Schwager, Matthias Leitzmann. Beide wohnen in Hamburg-Wandsbek, eigentlich leben sie aber in Delingsdorf (in Anbetracht der Zeit, die sie bisher hier regelmäßig verbracht haben…).

Wichtigster Mann an ihrer Seite, Jagdaufseher und damit gesetzlicher Stellvertreter des Jagdherrn ist Torsten Schmidt aus Delingsdorf. Wer ihn nicht schon längst kennt, hat aber vielleicht irgendwann schon einmal seine Bekanntschaft gemacht, wenn er zusammen mit seinen Hunden die Feldmark kontrolliert. Torsten Schmidt bewirtschaftet den kleinen Hof seiner Mutter im „Wiebüschen“, außerhalb des Dorfes gelegen, wo auch die Jägerei mit der „Villa Sperlingshöh“ ihr Domizil hat.

Desweiteren gehören zur Mannschaft die Delingsdorfer Joachim Hümme, Günter Pott, Gerd Schierbeck und Rainer Stoffers sowie unsere Söhne Jochen Leitzmann, Sebastian und Maximilian zur Verth und Donatus v. Niebelschütz, und auch ich selbst.

Was machen wir Jäger aus unserem gepachteten Jagdrecht?

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Zunächst haben wir Jäger den zentralen Auftrag, einen gesunden und artenreichen Wildbestand zu hegen und zu pflegen. Die Jagd und alles, was damit zusammenhängt, ist eine unerlässliche Aufgabe im Rahmen von Umwelt- und Naturschutz, welche die Gesellschaft – ausnahmsweise mal – nicht einen Cent kostet. Dazu gehört im Übrigen z. B. auch die unentgeltliche Entsorgung von Unfall-Wild.

Die Art und Weise, wie diese freiwillig übernommenen Aufgaben zu erfüllen sind, regelt im Wesentlichen das Bundesjagdgesetz. Gesetze und Verordnungen des Landes Schleswig-Holstein präzisieren und ergänzen dieses und nicht zuletzt erhalten wir Jäger im Hinblick auf die Pflicht zur Wildbewirtschaftung – also auch die Erlegung von Wild – Vorgaben des Kreises Stormarn, die wir erfüllen müssen. Durchaus einige Herausforderungen und „nicht mal eben so gemacht“!

Über welches Wild verfügen wir im Delingsdorfer Revier?

Standwild (oder sagen wir ausnahmsweise mal: „heimisch“) ist bei uns in Delingsdorf das Rehwild und fast alles, was von der Körpergröße her kleiner ist, also z. B. Hase, Kaninchen, Fasan, Ente, Rebhuhn, Schnepfe, Bekassine u. s. w., aber auch Fuchs, Marder und Iltis. Insofern bezeichnet man ein Jagdrevier wie die Delingsdorfer Jagd als ein so genanntes „Niederwild-Revier“.

Die Haupt-Wildart ist bei uns dabei das Rehwild, wie Sie sicher selbst bei Ihren Spaziergängen durch die Feldmark schon festgestellt haben, weil Sie sie im Winterhalbjahr in sog. „Sprüngen“ zahlreich im Feld sehen können.

Da das Rehwild im Hinblick auf Veränderungen seines Lebensraumes sehr anpassungsfähig ist, brauchen wir uns um den Bestand zur Zeit kaum Sorgen zu machen; im Gegenteil: Wir müssen hier in allen Altersklassen und Geschlechtern beherzt eingreifen, um den Rehwildbestand in einem vertretbaren Maß und gesund zu erhalten. Ähnlich ist es z. B. mit den Stockenten: Auch hier dürfen wir in unserem Revier ohne Sorgen Beute machen.

Ganz anders verhält es sich aber mit dem übrigen Niederwild, zu dessen stetigem Rückgang eine Vielzahl von Umweltfaktoren beigetragen haben: Während noch bis Ende der 1970er Jahre in Delingsdorf, wie auch anderswo, guten Gewissens große Treibjagden abgehalten werden konnten, die den jährlichen Zuwachs an Hasen, Fasanen & Co abschöpften und an denen fast die ganze Dorfbevölkerung teilnahm, machen wir dies seit langem nicht mehr. Der Bestand dieser Wildarten lies eine solche Bejagung damals wie heute einfach nicht mehr zu.

Heute führen wir im Herbst allenfalls „Klapperjagden“ in kleinem Kreise durch; mehr ist zur Zeit nicht verantwortbar. Auch werden dabei bestimmte Wildarten teilweise oder auch vollständig geschont, wie z. B. Rebhühner oder Schnepfen und Bekassinen. Wir haben bei uns einfach zu wenige davon.

Vielmehr haben wir den Schwerpunkt auf die intensive Bejagung des Raubzeuges (z. B. Fuchs, Marder, Iltis; neuerdings auch der aus Osteuropa eingewanderte Marderhund) und der Rabenkrähen gelegt, die dem Jungwild sehr zusetzen können. Darüber hinaus betreiben und unterstützen wir - wo immer möglich - eine angepasste Biotopverbesserung.

Dabei sind die örtlichen Landwirte wichtige Partner, die dankenswerter Weise – trotz des ökonomischen Drucks, dem auch sie ausgesetzt sind – das Land mit Umsicht bewirtschaften und dadurch den Lebensraum auch für das Wild sichern.

Was machen wir mit dem von uns erlegten Wild?

Wildfleisch ist ein besonders hochwertiges Lebensmittel, das fettarm ist und viele Mineralstoffe enthält. Im Rahmen der allgemeinen Bio-Welle erfährt Wildfleisch daher wieder zunehmend Beachtung, nachdem es in der Vergangenheit in weiten Bevölkerungskreisen manchmal und zu Unrecht verschmäht wurde.

Nach Deckung des eigenen Bedarfs geben wir unser Wildfleisch in die Gastronomie und den Fleischhandel. Aber auch Privatkunden schätzen die Qualität und den vergleichsweise günstigen Preis „direkt vom Jäger und von bekannter Herkunft“. Wenn Sie Interesse an Wildfleisch haben, zögern Sie jedoch nicht, uns anzusprechen! Wir informieren Sie gern.

Darüber hinaus stehen wir Ihnen zu Fragen rund um die Jagd in Delingsdorf gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr Nikolaus v. Niebelschütz

 
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